Rijksmuseum Twenthe - Het kunstmuseum van Enschede

Wege ins Paradies

Ein Roman von Atte Jongstra in zwölf Sälen. Bis zum 22. März 2015.

Seit Anbeginn seines Bestehens fantasiert der Mensch vom Paradies. Die Vorstellungen drehen sich um die Walhalla, den Himmel, das Elysium oder wie man es auch immer nennen mag. Aber wie sieht es dort eigentlich aus? Und wie gelangt man dorthin? Welche Pfade muss man beschreiten? RMT lud den Literaten Atte Jongstra ein, sich mittels einer schier unfassbar großen Auswahl aus der Museumssammlung ein Bild vom Paradies zu machen. Seine Auswahl ergänzte er mit Werken zeitgenössischer Künstler.

Allumfassendes menschliches Vorstellungsvermögen

Das Paradies ist das Paradebeispiel eines Produktes der Einbildungskraft. Der Anfangsbereich der Ausstellung verschafft eine Übersicht der Vorstellungen, die man sich über Jahrhunderte hin vom herrlichen Bestehen des Menschen im Jenseits machte. Jedoch handelt Wege ins Paradies nicht nur vom angestrebten Ziel. Die Ausstellung legt vor allem Nachdruck auf die Reise und die Pfade, die beschritten werden müssen, um dort anzukommen. Stimulierende Themen und überraschende Werkkombinationen weisen die Wege, die dem Besucher frei stehen, um sich eine eigene Vorstellung vom Paradies zu machen. Wege ins Paradies ist eine Ausstellung über das allumfassende menschliche Vorstellungsvermögen.


Neo-Wissenschaft

Gastkurator Atte Jongstra hat Wege ins Paradies nach den Regeln der Neo-Wissenschaft konzipiert. Dieser Wissenschaftszweig beschäftigt sich mit imaginären Problemen wie beispielsweise „Was ist die Oberfläche von Gott? Wie seht die Flora und Fauna im Paradies aus“ oder „Wie steht es im Paradies um die Zeit, das Lohnniveau und um die Hygiene?“. Dies resultiert in die Gestaltung mit Bereichen wie der „Ewigkeitsmessung“, wo schöne antike Uhren und Stillleben gezeigt werden. Oder in den Waschsaal mit einem mittelalterichen Taufbecken und Waschbecken mit Selbstporträts, bei denen man sich frisch machen kann, um seine Chancen zur Aufnahme in die Ewigkeit zu erhöhen.

Teilnehmende Künstler

Neben Höhepunkten aus der eigenen Sammlung des RMT von Ruisdael, Joos van Cleve, Thomas Gainsborough, Odilon Redon, Claude Monet, Carel Visser, Jan Brueghel, Peter Struycken und Jan Sluijters gibt es auch Arbeiten von Barbara van Ittersum, Meinbert Gozewijn van Soest, Jan van der Pol, Carina Ellemers, Eliane Gerrits, Marlo Broekmans, Frank Van den Broeck, Roel van Timmeren, Rob van Betuw, Ronald van Tienhoven, Peter Zegveld, Riëtte Wanders, Joost van den Toorn, Annelies Doom, Jannie Regnerus, Joris Geurts und Fredie Beckmans, die nicht der Kollektion angehören.


Schlussendlich...

Vielleicht ziehen wir die Schlussfolgerung, dass es sich beim Paradies um ein gigantisches Gedankenexperiment handelt. Eine Konstruktion, an der parallel zur wahrnehmbaren Wirklichkeit weitergebaut wird, solange der Mensch besteht. Wege ins Paradies steht für diese Konstruktion und versucht den Besucher dazu zu bewegen, sich eine eigene Konstruktion zu schaffen. Die Fantasie wird angeregt!


Sponsoren

Wege ins Paradies wird ermöglicht mit freundlicher Unterstützung von Mondriaan Fonds, Stichting Doen, den Museumsfreunden van Rijksmuseum Twenthe, dem niederländsichen Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft, der Provinz Overijssel sowie der Gemeinde Enschede.