Rijksmuseum Twenthe - Het kunstmuseum van Enschede

Alexander Roslin. Porträtmaler der Aristokratie

Vom 19.10.2014 bis zum 12.04.2015. Alexander Roslin (1718-1793), Portätmaler der Aristokratie. Reichtum, Macht, Ansehen und Dekadenz: Der schwedische Maler Alexander Roslin wusste die herrschende Klasse seiner Zeit genauestens darzustellen.  Als reisender Porträtmaler zog er in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts von einem europäischen Fürstenhaus zum anderen um Könige, Adelsangehörige und andere Mitglieder der Aristokratie in ihren prächtigen Gewändern abzubilden.

Reichtum und Dekadenz

Roslin verewigte die herrschende Klasse auf dem Höhepunkt ihres Reichtums und Macht. Er war der Chronist der Dekadenz des späten 18. Jahrhunderts. Aber dieser Reichtum und diese Dekadenz waren, so scheint es im Nachhinein, auch ein letztes Aufzucken eines Standes, der schnell seine Macht und sein Ansehen verlieren würde. Es waren aufwühlende Zeiten: Es herrschte politische und soziale Unruhe, welche einen Höhepunkt mit der Französischen Revolution im Jahr 1789 erreichte. Viele der von Roslin gemalten Fürsten und Edelmänner verloren während der Französischen Revolution ihre Positionen und damit ihren Status. Einige von ihnen verloren buchstäblich ihren Kopf unter der Guillotine oder kamen auf andere Weise gewaltsam ums Leben. Dass Roslin selbst, als Repräsentant der verhassten Klasse des Ancien Régime, besonders gut durch die Revolution kam, ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass er nicht von französischer Herkunft war.



Lebenswelt der Porträtierten

Diese erste Roslin-Ausstellung in den Niederlanden bietet nicht nur die einmalige Gelegenheit das prächtige Gesamtwerk des schwedischen Künstlers kennenzulernen, sondern sie nimmt die Besucher auch mit in die Welt der porträtierten Personen. Ihre faszinierenden, manchmal dramatischen, fesselnden, prachtvollen historischen und persönlichen Geschichten - inklusive Intrigen auf politischem und moralischem Gebiet - bilden den Leitfaden durch die Ausstellung. Die Porträtierten, ihre luxuriöse Lebenswelt und die einschneidenden Erlebnisse um sie herum werden zum Leben erweckt mit Gegenständen aus ihrer Entourage: Kostüme, Mobiliar und Porzellan, aber auch Briefe und Grafiken sorgen gemeinsam mit den Porträts für ein faszinierendes Bild von einer Klasse und einem Lebensstil der zur Zeit Roslins den Höhepunkt erlebte, kurz bevor ihm mit der Revolution der Untergang bevorstand. Dabei kommen wir dem Künstler und seiner Kundschaft ganz nahe.




Einmalig in den Niederlanden

Als das einzige Museum in den Niederlanden kann das Rijsksmuseum Twenthe zwei Porträts von Roslin sein Eigentum nennen. Die wunderschön gemalten und graziösen Porträts des französischen Ehepaares Marie Romain Hamelin und Marie Jeanne Puissant stehen gleichermaßen für einen Gemäldetyp, der nur einmalig in niederländischen Museumskollektionen vorkommt.



Internationale Leihgaben

Extra für diese Ausstellung erhält das RMT vorzugsweise 13 Meisterwerke aus der Roslin-Kollektion des Nationaalmuseums in Stockholm, darunter das Porträt von der Dame mit Schleier, das von dem berühmten französischen Kritiker Denis Diderot als ‘très piquante' bezeichnet wurde. Ebenfalls Bestandteil dieser Leihgabe sind Porträts des schwedischen Fürstenhauses, wie das des schwedischen Königs Gustav III. (1775) und seiner dominanten Mutter Luise Ulrike, Prinzessin von Preußen, Königin von Schweden (ebenfalls 1775). Auch Angehörige des französischen Königshauses und andere royale Mitglieder sind vorzufinden, zu welchen Louis-Philippe de Bourbon (1725-1785), Herzog von Chartres, später Herzog von Orleans, zählt. Die Aristokratie ist reichlich vertreten, wie mit den prächtigen Porträts von dem Baron und der Baronin de Neubourg-Cromière (1756). Insgesamt sind in dieser Ausstellung etwa 40 Werke aus diversen internationalen Kollektionen zu sehen.




Partner

Diese Ausstellung wird ermöglicht mit freundlicher Unterstützung von: Nationaalmuseum Stockholm, den Museumsfreunden des RMT, Prins Bernhard Cultuurfonds (Nieske Fonds), Mondriaan Stichting, VSBfonds und SNS Reaalfonds.


400 Jahre Freundschaft Schweden – Niederlande

1614 eröffnete Schweden in den Niederlanden seine erste Botschaft. Dies stand für den Beginn einer Freundschaft, die unsere Ökonomien und unsere Gesellschaften bis heute bereichert hat. 2014 feiern wir den Freundschaftsbund mit einem besonderen Aktivitätenprogramm. Die Ausstellung Alexander Roslin - Porträtmaler der Aristokratie ist Bestandteil dieses internationalen Programms. Für weitere Informationen schauen sie auf www.swe400nl.com.