Rijksmuseum Twenthe - Het kunstmuseum van Enschede

Besondere Kranichkanne Martens-Mulder Stiftung

Auf der Maastrichter Kunstmesse TEFAF 2019 erwarb die Martens-Mulder Stiftung eine ganz besondere, silberne Kranichkanne aus dem 17. Jahrhundert. Dieses seltene Objekt wird in der Silberschatzkammer präsentiert.

Zum Ende des 17. Jahrhunderts wurde – wahrscheinlich in Paris – eine neue Dekorationstechnik für Silberarbeit entwickelt: „cut-card“. Durch Verbesserung von Material und Werkzeug war es möglich geworden, Silber sehr genau zu bearbeiten. Sehr dünne, in Silber ausgeschnittene dekorative Muster – vor allem Blumen- und Pflanzenmotive – wurden zur Fertigbearbeitung auf silberne Gegenstände gelötet.


Hendrik van Pruysen (ca. 1650-1722), Koffiekan, 1697 | Inv.br. 3592


Besondere Kaffeekanne

Diese neue Technik wurde häufig auf Utensilien zum Zubereiten, Ausschenken oder Trinken von Kaffee und Tee angewandt. Dabei handelte es sich damals um eine modische und auch teure Angelegenheit, die nur der Elite vorbehalten war. Der Gebrauch eines teuren Materials – Silber – und das prächtige Dekorieren von etwas „Alltäglichem“, wie einer Kaffeekanne, war darum passend.

Die „cut-card“-Technik wurde vom Silberschmied Adam Loofs – der in Paris arbeitete – auch in den Niederlanden eingeführt. Dort, in Amsterdam, hat der Silberschmied Hendrik van Pruysen – der diese Kranichkanne angefertigt hat – sich diese Technik vermutlich zu eigen gemacht.


Martens-Mulder Kollektion

Das Silber der Martens-Mulder Stiftung bildet eine besondere Teilkollektion innerhalb des Rijksmuseums Twenthe. Von Trinkbechern bis hin zu Salzfässchen, Teekannen und Tabakdosen: diese Sammlung enthält zahllose Meisterwerke aus der niederländischen Silberschmiedekunst des 17. und 18. Jahrhunderts. Die Silberkollektion wurde von Jan Cornelis Martens und seiner Gattin Roelfina Mulder zusammengetragen. Nach dem Tod ihres Mannes 1974 beschloss Roelfina Mulder, die Kollektion in einer Stiftung unterzubringen, um auf diese Weise die Sammlung zu erhalten und für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.


Puppenhaus Anna Maria Trip

Die Martens-Mulder Stiftung erwirbt noch stets besondere Objekte, die die Kollektion ergänzen.Vor Kurzem wurde beispielsweise das Puppenhaus aus dem 18. Jahrhundert von der Groningerin Anna Maria Trip erworben – auch dieses Objekt gibt es jetzt im Rijksmuseum Twenthe zu sehen!