Rijksmuseum Twenthe - Het kunstmuseum van Enschede

Sublime Landscapes in Gaming

Vom 24. Januar bis zum 16. August 2015. Seit ein paar Jahrzehnten ist die erhabene Landschaft wieder öfter in einer „neuen“ bildenden Disziplin zu sehen: in Videospielen. Das RMT präsentiert: die erhabene Landschaft von heute.

Gefahr, Schönheit und Nichtigkeit

Vor gut zwei Jahrhunderten wurde in der Malerei die erhabene Landschaft geboren: Darstellungen von unendlich weiten Aussichten auf Bergspitzen, brausende Meere und dunkle Wälder, bei denen der Betrachter von den Gefühlen der Gefahr, Schönheit und Nichtigkeit überwältigt wird. Die Tradition des Erhabenen blieb lange Zeit in der Kunst spürbar. Jedoch schien sich in der Mitte des 20. Jahrhunderts ein Ende anzubahnen, als sich viele Künstler von diesen romantischen „Sentimenten“ abzuwenden schienen. Aber das Erhabene ist nun in einer völlig unerwarteten Art und Weise zurückgekehrt: im Gaming.


Die überwältigende Landschaft

In der Ausstellung Sublime Landscapes in Gaming zeigt das Rijksmuseum Twenthe, wie die erhabene Landschaft aufs Neue in Computerspielen auftaucht und innerhalb dieser Disziplin eine ganz eigene Entwicklung vollzieht. Die anziehende Wirkung der überwältigenden Landschaft scheint hervorragend geeignet zu sein, um den Videospieler komplett aus der Realität zu holen und in die neue Gamingwelt mitzunehmen. Eine Welt, die anfangs Übereinstimmungen aufzeigt mit unserer natürlichen Umgebung, welche aber auch allmählich immer abstrakter und unbekannter zu werden scheint. Die aus der Natur hervorgegangene erhabene Landschaft scheint sich zu einer ebenso überwältigenden, jedoch technologiegetriebenen Umgebung zu transformieren.


In der Ausstellung wird die erhabene Landschaft anhand von sechs Kategorien präsentiert: nature, fantasy, industrial, metropolis, dystopia und future. Des Weiteren werden Arbeiten von verschiedenen Künstlern gezeigt, die sich vor allem von Videospielen inspirieren lassen, zu denen unter anderem Rosa Menkman, JODI, Jan Robert Leegte, Monobanda PLAY, Julian van Aalderen und Jelle de Graaf zählen.


Die Tradition des Erhabenen

Sublime Landscapes in Gaming ist als Prolog für die Doppelausstellung Gefahr & Schönheit. William Turner und die Tradition des Erhabenen konzipiert, die das RMT in Kooperation mit dem Museum de Fundatie zu einem späteren Zeitpunkt in diesem Jahr organisiert. In dieser Ausstellung liegt der Schwerpunkt auf der Entwicklung der erhabenen Landschaft in der westlichen Malerei, mit William Turner, dem Meister der erhabenen Landschaft, als Scharnierpunkt. Turner schaute gut auf seine Vorgänger und verlieh der Tradition einen modernen und vorausstrebenden Dreh. Sein Einfluss war während des ganzen 19. und bis weit in das 20. Jahrhundert in der Malerei spürbar. In den letzten Jahrzehnten schien Turners künstlerisches Erbe auch eine große Inspirationsquelle für Gamedesigners zu sein. 


Twente Biennale und Overkill Festival

Sublime Gaming und die ebenfalls im RMT organisierte Ausstellung Metamorphosen bilden gemeinsam den Auftakt zur Twente Biennale 2015. Die Twente Biennale untersucht dieses Jahr unter dem Titel Metamorf die sich verändernde Rolle des Künstlers. Diese beschränkt sich aktuell nicht mehr nur auf die traditionellen bildenden Disziplinen; auch die Grenzen zwischen den traditionellen Rollen wie „autonom“ und „angewandt“ verschwimmen. Hierbei handelt es sich um zwei Entwicklungen, wovon sowohl Sublime Gaming als auch Metamorphosen zeugen.


Die Ausstellung Sublime Gaming wird organisiert in Zusammenarbeit mit dem Gastkurator Kees de Groot (Twente Biennale).


Verleih und teilnehmende Künstler

Via Oral, Guerilla Games, Cook & Becker en Next-gen Art dealers, Rosa Menkman, JODI, Jan Robert Leegte, Monobanda PLAY, Julian van Aalderen, Jelle de Graaf.