Rijksmuseum Twenthe - Het kunstmuseum van Enschede

Der Waldläufer

Vom 21. April bis zum 16. August 2015 – Tiergemälde von Gerrit Jan van Heek jr.

Begeistert von seiner Liebe zur Jagd und Natur brachte Gerrit Jan van Heek jr. eine sehr imposante Sammlung von Tier- und Naturgemälden aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts zusammen. Die Kollektion ist auf diesem Gebiet die wichtigste Sammlung weltweit und enthält eine große Anzahl von Meisterwerken von den vier Pionieren dieses Genres: Bruno Liljefors, Richard Friese, Wilhem Kuhnert und Carl Rungius. In der Ausstellung Der Waldläufer wird ein Großteil dieser Kollektion zum ersten Mal seit zwanzig Jahren gemeinsam präsentiert werden.


Die Familie Van Heek

Gerrit Jan jr. (1880 – 1958) ist eng mit der Geschichte des Rijksmuseums Twenthe verbunden: Sein ältester Bruder Jan Bernard ergriff die Initiative zur Gründung des RMT, indem er seine Gemäldekollektion aus dem 17. und 19. Jahrhundert dem Staat schenkte. Ein weiterer Bruder, Jan Hermann, wurde der erste Direktor und bereicherte das Museum in einem Zeitraum von dreißig Jahren mit einer mittelalterlichen Kollektion von unschätzbarem Wert. Als jüngster Bruder schenkte Gerrit Jan jr. in den Vierziger- und Fünfzigerjahren seine Sammlung von Tiergemälden und einen neuen Museumsflügel. Anlässlich der erneuerten Kollektionspräsentation Das Haus Van Heek werden seine Tiergemälde- und Zeichnungen zum ersten Mal seit Mitte der Neunzigerjahre in einer separaten Ausstellung mit dem Titel Der Waldläufer gezeigt.


Der Waldläufer

Gerrit Jan jr. wurde im Landhaus ´t Stroot in der Nähe von Enschede geboren, wo er als Kind viele Monate durch die Felder und den Wald streunend verbrachte. Diese Jahre werden sicherlich seine Liebe zur Jagd und Natur beeinflusst haben. Die Jagd war zu dieser Zeit eine akzeptierte Freizeitbeschäftigung und das Jägerblut strömte durch die Adern der Familie Van Heek. Gerrit Jan jr. publizierte auch über das Jägerleben. So schrieb er unter dem Pseudonym Der Waldläufer (Nl.: De Woudloper) Kolumnen in der Zeitschrift der Koninklijke Nederlandse Jagersvereniging. Doch je älter er wurde, desto mehr rückte der Naturschutz anstelle der Jagd in seinen Blickpunkt.


Liebe zur Natur

Auch die Kunstsammlung von Gerrit Jan van Heek jr. ist von seiner Liebe zur Natur durchdrungen. Denn fast ohne Ausnahme bestand diese aus Tier- und Naturgemälden. Die Maler, die er bewunderte und dessen Werke er kaufte, waren fast alle Seelenverwandte. Denn auch sie waren Jäger und Naturliebhaber. So schuf Gerrit Jan jr. langsam aber sicher eine der größten Sammlungen von Tiergemälden aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts. Diese Werke zeigen ebenfalls in welche Länder er gerne verreiste: Skandinavien, vertreten durch die Maler Bruno Liljefors und Alfred Zetterberg; Deutschland und Österreich, dargestellt durch Richard Friese und Nordamerika mit dem Werk von Carl Rungius. Aber auch die Niederlande sind u.a. durch das Werk von Piet van der Hem vorzufinden.


Das Haus van Heek

Die Geschichte des Rijksmuseums Twenthe ist die Geschichte vieler verschiedener Kunstsammler mit ebenso vielen divergierenden künstlerischen Interessen, jedoch mit dem gemeinsamen Wunsch ihren Kollektionen eine Unterkunft im Rijksmuseum Twenthe zu geben. Die Geschichte des RMT ist auch die Geschichte der Familie Van Heek, der Fabrikantenfamilie aus Enschede, die vor 85 Jahren die Initiative ergriff ein Museum zu gründen „um den Kunstsinn und die Kunstliebe bei den Bewohnern des östlichen Teils unseres Landes zu wecken“. Die Kollektionspräsentation Haus van Heek erzählt die Geschichte des Rijksmuseums Twenthe und von ihren Schenkern: von den Sammlungen der drei Brüder Van Heek bis zu den Kollektionen der zeitgenössischen Kunst von Art & Project und Sepp Bader. Von den Delfter Keramiken aus der Kollektion Van Heel bis zu den Silbergegenständen der Martens-Mulder Stiftung. Von den Meisterwerken aus dem 17. und 19. Jahrhundert von Bernard Scholten bis zu den Arbeiten auf Papier aus den Kollektionen von Karel Levisson und Ingrid Blans.